Gefährdungsbeurteilung

FW Gefährdungsbeurteilung

Die DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ gibt für bauliche Einrich­tungen der Feuerwehr verbindliche Schutzziele vor, die zwin­gend eingehalten werden müssen. Dort genannte Forderungen werden z. B. dann erfüllt, wenn die Inhalte der Normenreihe DIN 14092 „Feuerwehrhäuser“ eingehalten werden.

Ein eigenverantwortliches Abweichen von den Inhalten der Nor­men oder dieser DGUV Information ist möglich, soweit die Schutzziele der Unfallverhütungsvorschriften eingehalten wer­den, d. h., Gefährdungen von Feuerwehrangehörigen sind ver­mieden, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Weise erreicht wird.

Als Hilfsmittel bei der eigenverantwortlichen Auswahl geeigne­ter Maßnahmen dient die Gefährdungsbeurteilung (§ 5 Arbeitsschutzgesetz). Sie soll zu Sicherheit und Gesundheitsschutz der Feuerwehrangehörigen beitragen und hilft dabei den Entscheidungsträgern, ihrer Ver­antwortung gerecht zu werden.

Wenn bei bestehenden Feuerwehrhäusern bauseitig die erfor­derliche Sicherheit nicht oder nur zum Teil gewährleistet werden kann, besteht ggf. die Möglichkeit, durch organisatorische Maß­nahmen das geforderte Schutzziel zu erreichen. Dabei kommt der Gefährdungsbeurteilung eine besondere Bedeutung zu.

Die Unternehmer sollen regelmäßig prü­fen, ob die Gegebenheiten des Feuerwehrhauses noch ausrei­chende Sicherheit für Feuerwehrangehörige bieten.

Eine Gefährdungsbeurteilung kann z. B. bei Ersatzbeschaffung von größeren Einsatzfahrzeugen erforderlich werden, wenn die vorhandenen Stellplatzmaße an kritische Grenzen stoßen.

Der Träger der Feuerwehr hat die Beurteilung von Gefährdungen und Belastungen im Feuerwehrdienst durchzuführen und die erforderlichen Maßnahmen zu ermitteln und umzusetzen. Dabei sind die Leitung und weiteres Fachpersonal der Feuerwehr bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung zu beteiligen. Darüber hinaus sollten die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsarzt/die Betriebsärztin beratend unterstützen. Mithilfe ihrer Kenntnisse und Erfahrungen können relevante Gefährdun­gen analysiert und wirksame – vor allem praxisgerechte – Maß­nahmen ausgewählt und umgesetzt werden.

Die einzelnen Schritte zur Erstellung einer Gefährdungsbeurtei­lung zeigt die DGUV Information 205-021 „Leitfaden zur Erstel­lung einer Gefährdungsbeurteilung im Feuerwehrdienst“.

Die Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz ist auch auf Tätigkeiten von Feuerwehrangehörigen anzuwenden. Jeweils eine Checkliste wird zu den Themen „Gewalt- und Rückenprävention“ unter den Quellen zur Verfügung gestellt.

Hinweis
Der vorstehende Text zum Thema „Gefährdungsbeurteilung“ ist der Ziffer 3.3 der DGUV Information 205-008 „Sicherheit im Feuerwehrhaus“ (Stand: Dezember 2016) größtenteils entnommen.

Stand: 12/2018