Spontanhelfende
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Spontanhelfende

Die Integration von Spontanhelferinnen und Spontanhelfern in Hochwassergebieten

Deutschland besitzt ein ausgereiftes und etabliertes Hilfeleistungssystem, in dem haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte bei Schadenslagen zum Einsatz kommen. Vor allem die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der caritativen Hilfsorganisationen, den Feuerwehren und der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk THW sind eine der tragenden Säulen des Bevölkerungsschutzsystems in Deutschland. (…)

Bei Naturkatastrophen oder auch bei der Versorgung und Unterstützung von Menschen in Notlagen leisten nicht nur Einsatzkräfte der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), sondern auch Menschen, die nicht diesen Organisationen angehörten, Hilfe. Sie werden als Spontanhelfende bezeichnet. Diese Spontanhelfenden trugen in der Vergangenheit ihren Teil zur Schadenbewältigung bei. Aus Sicht der Gesellschaft ist es wünschenswert, dass Bürgerinnen und Bürger sich so einbringen und ihren Teil beitragen.

Auf Seiten der BOS wird dieses Engagement vielfach anerkannt. In der Vergangenheit haben Einsatzkräfte und Spontanhelfende bereits Hand in Hand zusammengearbeitet und gemeinsam Erfolge verzeichnen können. Dennoch bestehen für die Verantwortlichen auf Seiten der BOS Zweifel, was sie Spontanhelfenden zutrauen können und für welche Tätigkeiten Spontanhelfende eingesetzt werden können.

Aus diesem Ansatz heraus ist der Tätigkeitenkatalog für Spontanhelfende entstanden. Im Projekt REBEKA („Resilienz von Einsatzkräften bei eigener Betroffenheit in Krisenlagen“) haben sich die Projektpartner die Frage gestellt, ob und unter welchen Voraussetzungen Spontanhelfende gewisse Tätigkeiten von Einsatzkräften übernehmen können. Der vorliegende Katalog ist ein Ergebnis dieser Überlegungen und richtet sich insbesondere an:

  • Operative Führungskräfte im Bevölkerungsschutz
  • Einsatzleiterinnen und -leiter
  • Mitglieder von Führungsstäben, hier insbesondere die Sachgebiete S1, S3 und S5 sowie
  • Mitglieder von Verwaltungsstäben bzw. Krisenstäben, hier sowohl die Stabsbereiche Bevölkerungsinformation und Medianarbeit als auch Katastrophenschutz

(Tätigkeitenkatalog für Spontanhelfende; REBEKA; Universität Stuttgart/Fraunhofer-Institut IAO; www.rebeka-projekt.de; 2018).

In diesem Portal werden nachfolgend Hilfestellungen zur sicherheitsgerechten Einbindung von Spontanhelferinnen und -helfern zum Beispiel in Hochwassergebieten in NRW und im Rahmen des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) aus Ergebnissen verschiedener Studien (Auswahl) gegeben. Die Hilfestellungen sollen gleichzeitig die Sicherheit an den verschiedenen Einsatzstellen weiter verbessern.

Weiterhin wird auf Forschungsergebnisse mit praxisorientierten Hilfestellungen (z. B. Checklisten) für Interessierte hingewiesen, denn im Hinblick auf den erforderlichen Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Spontanhelfenden ist von einem organisatorischen und rechtlichen Defizit auszugehen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Spontanhelferinnen und Spontanhelfer, im Gegensatz zu ehrenamtlich Tätigen der BOS, in der Regel nicht über eine fachlich fundierte Ausbildung verfügen dürften.

Spontanhelfende sind bei ihren Unterstützungen bei physischen und psychischen Schäden grundsätzlich abgesichert. Dies bedeutet jedoch auch, dass für Spontanhelfende das gleiche Schutzniveau bezüglich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes wie bei den BOS gelten muss.

Wissens- und Kompetenzvermittlung im Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Spontanhelfenden (WuKAS)

Ziel des WuKAS-Projektes war die Entwicklung eines Konzeptes, welches Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) beim sicheren Einsatz von Spontanhelfenden unterstützt. Hierbei sollten relevante Inhalte situationsgerecht, anwendungsorientiert und rechtssicher erarbeitet sowie implementiert werden. Erste Ergebnisse des Projektes WuKAS zeigen praxisorientiert Handlungsempfehlungen, die hier im Portal eingesehen werden können.

Erste tiefergehende Informationen zum Projekt mit der Laufzeit bis Juli 2021 können hier eingesehen werden: https://www.malteser.de/projekte/wukas.html

Die Bergische Universität Wuppertal (Fachgebiet Sicherheitstechnik/Arbeitssicherheit) ist als akademischer Verbundpartner in das Projekt WuKAS eingebunden. Weiterhin begleitet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mit ihren Fachbereichen Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und dem Fachbereich Feuerwehren, Hilfeleistungen, Brandschutz das Verbundprojekt als assoziierte Partner. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Projektlaufzeit: 02/2019 – 07/2021.


Stand: 07/2021