Kontaminationsverschleppung im Feuerwehrhaus vermeiden
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Kontaminationsverschleppung im Feuerwehrhaus vermeiden

Im Feuerwehrhaus gibt es, wenn überhaupt, nur eng eingegrenzte Bereiche, die mit kontaminierter PSA betreten werden können. Ein Betreten des übrigen Feuerwehrhauses mit kontaminierter PSA ist zu vermeiden. Es muss daher eine strikte Trennung erfolgen, um eine Kontaminationsverschleppung zu verhindern. Diese Trennung erfolgt am besten baulich.
Bei einem Neu-, Um- oder Erweiterungsbau muss hierauf geachtet werden. Kontaminierte PSA soll bereits an der Einsatzstelle abgelegt werden. Dann sind zusätzliche Maßnahmen im Feuerwehrhaus in der Regel nicht erforderlich. Werden jedoch kontaminierte PSA bzw. Ausrüstungsgegenstände im Feuerwehrhaus gelagert, gereinigt und wiederaufbereitet, so müssen für diese Bereiche entsprechende Konzepte/bauliche Voraussetzungen vorhanden sein, die eine Kontaminationsverschleppung in angrenzende Bereiche verhindern.

Um eine Kontaminationsverschleppung und insbesondere auch die Hautresorption von Schadstoffen zu verhindern, muss die Kontamination auf der Körperoberfläche zeitnah beseitigt werden. Deshalb ist nach Einsätzen mit Kontamination, z. B. durch Brandrauch, das Duschen besonders wichtig.
Neben Duschen müssen auch Möglichkeiten für die Einsatzkräfte vorhanden sein, private Kleidung, Ersatzkleidung inkl. Unterwäsche, Handtücher etc. im Feuerwehrhaus zu lagern, z. B. in ausreichend großen, belüfteten und nach Möglichkeit mit einem abschließbaren Ablagefach versehenen Spinden.
Zum Schutz der Haut sollte diese nach dem Duschen gepflegt werden. Das verhindert Schäden an der Haut und hilft, ihre natürliche Schutzbarriere aufrecht zu erhalten. Notwendige Desinfektions-, Körperreinigungs- und Hautpflegemittel müssen in ausreichenden Mengen durch den Unternehmer bzw. die Unternehmerin zur Verfügung gestellt werden.

Waschen oder desinfizieren der Haut, was ist besser?

Das hängt von der vorangegangenen Tätigkeit und dem Grad der Verschmutzung bzw. Kontamination ab. Aus Gründen des Hautschutzes sollte das Waschen auf das Notwendige reduziert werden. Durch das Waschen mit Seife wird die natürliche Barriere der Haut geschwächt und wichtige Hautfette abgewaschen. Daher ist das Desinfizieren (auch zwischendurch) besser als Waschen der Hände.
Bei starker Verschmutzung der Hände mit z. B. Sand und Schmutz, müssen die Hände zuerst gewaschen werden. Das direkte Desinfizieren nach dem Waschen ist nur bedingt sinnvoll, da die Haut nass ist und das Desinfektionsmittel verwässert. Sollen die Hände nach dem Waschen noch einmal desinfiziert werden, müssen sie zunächst ausreichend getrocknet werden und dann trocken sein. Die Frage erst waschen und dann desinfizieren oder anders herum, kann mit „Erst desinfizieren und dann waschen“ beantwortet werden.
Bei einer starken Kontamination oder Verschmutzung kann es vorkommen, dass die PSA oder Ausrüstungsgegenstände nicht dekontaminiert bzw. gereinigt werden können, eine Reinigung unwirtschaftlich ist oder die sichere Weiterverwendung nicht garantiert werden kann. Dann müssen diese Gegenstände fachgerecht entsorgt werden.

Hinweis
Der vorstehende Text wurde den Ziffer 5.2, 5.3 der DGUV Information 205-035, Hygiene und Kontaminationsvermeidung bei der Feuerwehr (Stand 05/2020) entnommen

Stand: 11/2020